Diskussion über Straßenbahn, Bus- und Radverkehr

Stefan Brandes, Uwe Klett, Clemens Rostock, Anita Tack und Sebastian Stahl in der Werkstatt der SRS (v.l.n.r.); Foto: Fritz Viertel
Stefan Brandes, Uwe Klett, Clemens Rostock, Anita Tack und Sebastian Stahl in der Werkstatt der SRS (v.l.n.r.); Foto: Fritz Viertel

Mein Montag stand ganz im Zeichen des (öffentlichen) Nahverkehrs. Nachdem ich trotz Wind und Wetter wieder mit dem Fahrrad im ganzen Ort unterwegs war, um Flyer und Erstwählerbriefe zu verteilen, konnte ich an einem Besuch der Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn (SRS) GmbH teilnehmen. Der Betriebsleiter Sebastian Stahl und der Geschäftsführer Detlef Bröcker führten die Landtagsabgeordnete Anita Tack (DIE LINKE), den Landesvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Clemens Rostock, die Gemeindevertreter Stefan Brandes (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Fritz Viertel (DIE LINKE) und mich durch die Werkstatt.

Sie erklärten uns genau die Besonderheiten des Betriebes, mit seinen historischen Fahrzeugen und seiner Gleisanlage mit DDR-Sicherungstechnik und Meterspur. Breiten Raum nahm die Frage nach der Gewährleistung der gesetzlich vorgeschriebenen Barrierefreiheit ab 2021 ein. Hier ist die SRS auf einem guten Weg: Alle Haltestellen sind inzwischen weitgehend barrierefrei ausgebaut. Drei der sieben Fahrzeuge im Linienbetrieb haben ein Niederflurteil und sind damit zu 30 Prozent barrierefrei. In der Regel kann damit jede zweite Fahrt abgedeckt werden. Doch die Beschaffung neuer Fahrzeuge ist schwierig. Geeignete gebrauchte Straßenbahnen sind kaum zu bekommen und neue Wagen kosten rund 2 Millionen Euro pro Fahrzeug. Drei bis vier werden gebraucht – macht eine Investitionssumme von etwa 5 bis 6 Millionen Euro. Hier verspricht Anita Tack Unterstützung. Mehrere Millionen Euro zusätzliche ÖPNV-Förderung habe DIE LINKE in den Landeshaushalt 2017/18 einbringen können. Mit den Verkehrsbetrieben von Frankfurt (Oder) und Cottbus sei man bereits über eine gemeinsame Ausschreibung im Gespräch, berichten die Straßenbahner. Eine weitere Unterstützung durch die an der SRS beteiligten Gemeinden Schöneiche und Rüdersdorf sowie die Landkreise Oder-Spree und Märkisch-Oderland werde aber nötig sein, so Bröcker.

Nach dem Besuch bei der SRS schloss der Abend mit einer angeregten Diskussion über Straßenbahn-, Rad-, Bus- und Autoverkehr. Von den 20 Teilnehmern der Veranstaltung in der „KultOurkate“ kamen zahlreiche Hinweise und Anregungen zur Schöneicher Verkehrspolitik. Einig waren sich alle: Der ÖPNV – insbesondere die Busverbindungen – und der Radverkehr soll attraktiver sein und engagiert beworben werden, damit mehr Menschen auf das Auto verzichten. Hier gibt es ein großes Potenzial für eine linksgrüne Zusammenarbeit über die Bürgermeisterwahl hinaus, unabhängig von deren Ergebnis. Nach dieser spannenden Diskussion freue ich mich auf die Gespräche zur weiterführenden Schule in der kommenden Woche.

Uwe Klett
Mehr Fotos und Infos finden Sie unter www.uweklett.de.
DIE LINKE
Rund 60 Mitglieder und parteilose Unterstützer*innen sind DIE LINKE in Schöneiche bei Berlin. Bei der Kommunalwahl im Mai 2019 erhielt unsere Partei mit 17,5 Prozent die zweitmeisten Stimmen. Die Linksfraktion in der Gemeindevertretung hat vier Mitglieder und benennt 10 sachkundige Einwohner*innen.