Wie wollen wir wachsen? Dritte Zukunftswerkstatt diskutierte über Wohnen und Ortsentwicklung

(PM/DIE LINKE) Am 26. Mai 2019 finden in Brandenburg Kommunalwahlen statt. Dann wird auch die Schöneicher Gemeindevertretung neu gewählt. Deren Zusammensetzung entscheidet maßgeblich darüber, wie sich unsere Gemeinde in den kommenden fünf Jahren – und darüber hinaus – entwickeln wird.

Welche Probleme werden angegangen? Welche Projekte werden realisiert? Welche Visionen werden entwickelt? Wie werden politische und finanzielle Prioritäten gesetzt? DIE LINKE hat sich entschieden, ihr Kommunalwahlprogramm in einem breiten, offenen Diskussionsprozess zu erarbeiten. Dazu führen finden in diesem Jahr vier Zukunftswerkstätten zu unterschiedlichen Themengruppen statt.

Bezahlbare Wohnungen statt soziale Verdrängung

Gestern ging es um Wohnen und Ortsentwicklung. Nach kurzer Einführung in das im Sommer beschlossene Ortsentwicklungskonzept wurde intensiv diskutiert. Dabei herrschte Einigkeit, dass die Gemeinde sich besonders für bezahlbaren Wohnraum engagieren muss. Denn durch die explodierenden Bodenpreise können sich inzwischen nur noch Besserverdienende den Traum vom Eigenheim erfüllen. Darüber hinaus werden immer mehr Menschen mit geringen und selbst mittleren Einkommen aus dem Ort verdrängt. Der Wohnungsmangel trifft Senioren mit kleinen Renten ebenso wie Studierende/Azubis oder Familien mit Kindern. Die Ortspolitik sollte alle Instrumente ausschöpfen, um gegenzusteuern. Dafür braucht es deutlich mehr kommunale Wohnungen sowie Kooperationen mit Genossenschaften und sozialen Wohnprojekten.

Neues Ortsquartier auf ehemaligem LPG-Gelände?

Als große Chance für die Ortsentwicklung wurde das rund 10 Hektar große ehemalige LPG-Areal an der Neuenhagener Chaussee betrachtet. Neben neuen Sportflächen könnte hier ein modernes Quartier mit (preiswerten!) Mietwohnungen, Gewerbe, einer Kita, Kultur und Grünflächen entstehen. Bestehende Nutzungen (besonders die Reitanlage) sollten von Anfang an in die Planungen einbezogen und nicht verdrängt werden. Kritisch wurde angemerkt, dass die Ortsbereiche Fichtenau und Hohenberge im Ortsentwicklungskonzept zu kurz kommen.

Die vierte Werkstatt findet im November zum Thema Mobilität und Verkehr statt. Auch hierzu sind alle Interessierten herzlich eingeladen!

DIE LINKE
Rund 60 Mitglieder und parteilose Unterstützer*innen sind DIE LINKE in Schöneiche bei Berlin. Bei der Kommunalwahl im Mai 2019 erhielt unsere Partei mit 17,5 Prozent die zweitmeisten Stimmen. Die Linksfraktion in der Gemeindevertretung hat vier Mitglieder und benennt 10 sachkundige Einwohner*innen.

Ein Gedanke zu „Wie wollen wir wachsen? Dritte Zukunftswerkstatt diskutierte über Wohnen und Ortsentwicklung

  1. Dr. Kalke

    Hallo Sympathisanten der Zukunftswerkstatt, hallo Leser von Schöneiche online,
    gut, dass es solche thematischen Diskussionen zwischen Bürgern und politisch Agierenden gibt.
    Gut auch, dass sich eine wichtige Kraft in Schöneiche immer, konsequent und zuverlässig für die Schwachen einsetzt. So auch beim Thema Miete bzw. Sicherung bezahlbaren Wohnraums.

    Allerdings hätte ich mir in dem Beitrag gewünscht, dass die angesprochenen Verdrängungsentwicklungen auch belegt worden wären.
    Sie schreiben: „Darüber hinaus werden immer mehr Menschen mit geringen und selbst mittleren Einkommen aus dem Ort verdrängt“. Wie viele Familien oder Einzelpersonen betraf das wirklich?

    Im letzten Verwaltungsbericht wird Ende 2017 von einer Einwohnerzahl von 12.743 Einwohnern ausgegangen. In dem Jahr gab es auch 201 Umzüge innerhalb Schöneiches (Verdrängung aufgrund Mietpreis?) Dann 583 Wegzüge aus Schöneiche (warum?), aber auch 816 Zuzüge. Allein aus diesen Zahlen lassen sich keine „Verdrängungsprozesse“ ableiten. Aber vielleicht sind die ja auf der Zukunftswerkstatt zusammengetragen worden? Dann sollten solche Belege schnell veröffentlicht werden und den verantwortlichen (Parteien) unter die Nase gehalten werden.
    Ich vermute (aber), dass Verdrängung keine wesentliche Tendenz in Schöneiche ist. Meines Wissens hat die Gemeinde etwa 200 Wohnungen selbst in ihrer Verwaltung, ist damit vermutlich der größte Vermieter und hat damit auch maßgeblichen Einfluss auf die Mietenentwicklung. Nach letztem Mietspiegel liegen die Quadratmeterpreise vor allem im Bereich von 5-7 €. Das trifft sich mit den Werten im benachbarten Rahnsdorf (bei mittlerer Wohnlage). Von der in Berlin also massiv spürbaren Verdrängung der ansässigen Bevölkerung aus bestimmten Kiezen im Zentrum wegen Edelsanierung oder Wohnungszusammenlegung, oder dem mietspiegelwirksamen Anstieg der Nettokaltmieten allein aufgrund des Neubaus in unmittelbarer Nachbarschaft ist Schöneiche (trotz seiner phantastischen Lage) also glücklicherweise noch weit entfernt.

    Wohnungsmangel:
    Ja, dem scheint so zu sein, denn es gibt deutlich mehr Anfragen nach Wohnraum sowohl was Mietobjekte, als auch Grundstückserwerb betrifft, als Angebote. Das befeuerte ja kürzlich auch die Diskussion um das Bauen in 2. Reihe; Verdichtung vs. Zersiedelung.

    Ortspolitik soll gegensteuern:
    Hilfe ja; hoffentlich findet man schnell einen guten Steuermann! (derzeit leider nicht an Bord)

    Neues Ortsquartier, altes LPG-Gelände:
    Aber ja! Und mit Entwicklungspotenzialen vom Feinsten, da wär‘ ich gern (wieder) Stadtplaner!

    Mit freundlichen Grüßen und weiter so mit der den Zukunftswerkstätten, Gruß aus der Brandenburgischen Straße
    Ihr Dr. Ralf Kalke

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