(Glosse/RSO) „Von Menschen und Schweinen“ – Teil 6

Nun sitzen wir nach den überlebten Feiertagen vor einer leckeren Lindenlaub-Quiche, von der noch aromatische heiße Wrasen aufsteigen und warten auf Schnee. Das wird wohl nix. Auf dem Brocken soll es Spurenelemente geben, schaun wir mal. Aber solange kein Schnee die Sünden des Altjahres überdeckt, sieht man noch ein paar Restlaubblätter. Was war das für ein Alarm bei den Onlinern! Aber bleiben wir mal bei den Zahlen. Zu dem Artikel eines Nichtbetroffenen (er kompostiert, braucht also keinen einzigen Sack!) gab es einen großen Hicks laubsackbesorgter Bürger von denen maximal die Hälfte Säcke kaufte, insgesamt zähle ich 66 Äußerungen von 10 Schreibern, ob von denen alles Schöneicher waren, steht auf einem anderen Blatt. Das sind bei gut 12000 Einwohnern ein gutes 1/1200stel. Wenn die dann noch gelbe Westen hätten…! In Neuenhagen würde man sie aufsaugen, wenn sich der Sauger daran nicht verschluckt. Falls sie der Herbststurm Lutz nicht vorher verbläst….

Ansonsten schließen wir uns dem Dank an die Gemeindeverwaltung an, auch wenn der neue Bürgermeister kein Fichtenauer ist (aber viel weniger ortsfremd als die vorangegangenen Gegenkandidaten!) Immerhin ist auch in Schöneiche im vergangenen Jahr viel Gutes geschehen, die Bimmel und der Bus fahren, es gibt einen „maly Rynek“ (kleinen Markt) und im großen und ganzen haben zwei- und vierbeinige Wildschweinchen hier nix zu meckern. Sicher gäbe es hier und da noch was zu tun und zu ändern, wir wilden Säue hätten gern einen Kreisverkehr um die Haltestelle Grätzwalde, damit wir nicht soviel Rotlicht sehen und jeder unkompliziert zu seinem Einkaufstempel rechts abbiegen kann und Vorfahrt der Goethestraße vor der Rahnsdorfer, weil man dann besseren Überblick hätte und den Wiederaufbau des Schlosses samt Wirtschaftsgebäuden als Internatsschule, wo dann auch kleine einheimische Wildschweinchen als Alltagslernende für das Abitur büffeln könnten und die Öffentlich Rechtlichen einen neuen Drehort für „Schloß Einstein“ hätten. Guckt mal in unsere polnische Partnergemeinde – die haben 5 Schlösser und 3 See´n, wir haben nur noch eine Seestraße und ein Schloßtor, was gerade in DDR-Konsumbonbonschlüpferrosa frisch gestrichen wurde…

Aber insgesamt wollen wir froh und dankbar sein – es grüßt ein Wildschöneicheschwein!


In der Reihe „Von Menschen und Schweinen“ erscheinen bei Schöneiche Online hauseigene satirische Artikel und Glossen von wechselnden Autoren. Großer Dank für die Illustration geht an Barbara Schumann (vgl. Artikel vom 18. September 2018). Bitte berücksichtigen Sie, dass es sich hier um eine Glosse handelt und nicht die Meinung der Redaktion oder des Vereins Schöneiche Online e.V.

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Redaktion Schöneiche Online