(Satire/Gast-Kater)

Kein Aprilscherz, sondern die Gemeindevertretersitzung vom Februar.
Oi oi oi… da war doch mal wieder was! Bolschoi teatr mit viel heißer Luft. Die Parlamentspräsidentin eröffnete, stellte fest und ließ abstimmen. Die Tagesordnung. Müde zeigten die Abgeordneten verschlafene Regung. „Nun macht mal die Arme hoch!“ kam der Anranzer. Also „die Hände zum Himmel, Komm lasst uns fröhlich sein, Wir klatschen zusammen, Und keiner ist allein“ !!!

Leider bin ich zu spät auf den Gedanken gekommen, eine Wette darauf abzuschließen, dass die Herrschaften auch diesmal nicht die Tagesordnung abarbeiten würden und bis zu welchem Tagesordnungspunkt sie kommen würden. Sie kamen bis Punkt 15.

Die erste halbe Stunde wurde damit vertrödelt, weil sich der Einzig Wahre mal wieder missverstanden fühlte und seine Einwände gegen den öffentlichen Teil der Niederschrift der letzten Sitzungen aufdröselte (es war noch Publikum im Saal und es ist schließlich Wahlkampf!) Ich bin mir nicht sicher, ob er sich selbst so ganz verstanden hatte. Nun gut, die Zeit war weg. Da half auch nicht, dass der Bürgermeister seinen Bericht sehr knapp hielt und den Saal über den Stand der Einwohnerzahl usw. informierte. Wir werden unaufhaltsam mehr!
Die Beiräte berichteten, der Ortschroniker über den kommenden 200. Todestag des früheren Pfarrers Raymund Dapp, die Ruine des denkmalgeschützten Inspektorenhauses und seine Bauchschmerzen über ein einsturzgefährdetes und vor längerem entferntes Grabmal; die Sprecherin des Bürgerhaushaltes über gut Hausgehaltenes im Interesse der Bürger. Offen blieb bei mir die Frage: was bitte ist ein Seniorenspielplatz? Davon war die Rede.

In der Einwohnerfragestunde ging es über Sportlergeräusche und eine 4 m hohe Lärmschutzwand, hinter der der Alterskaiser nicht wohnen möchte. Soll er sich mal ein Beispiel am amerikanischen Präsidenten nehmen, der möchte hinter einer noch viel höheren Mauer wohnen! Trotz wie immer völlig anderer Meinung des Einzigen scheint es aber zwischen den Betroffenen inzwischen vernünftige Verständigung zu geben.
Nun ging es endlich mal zur Tagesordnung. Allerdings nicht lange. Es ging um Abwägungen zu Vorentwürfen von Bebauungsplänen. Wie immer nutzte Einer die Gelegenheit in den Ausschüssen zum Thema Erledigtes beim Urschleim wieder aufmachen zu wollen. Wer wohl? Allgemeine Erregung und Sehnsucht nach Psychiatern. Und wieder namentliche Abstimmungen.

Aber dann ging es richtig los. Radwege auf Berliner Gebiet, wo es auf den vorhandenen nicht mal anständige Anschlüsse auf Schöneicher Gebiet gibt! Wo doch jeder weiß – da, wo ein Radweg ist, fahren die Radler auf der Straße! Nur da, wo sie auf der Straße fahren dürfen, wollen sie einen Radweg. Auf dem sie dann nicht fahren. Und man liebt Radler und Fußgänger ohne Licht in dunklen Klamotten!

Es soll ja in Berlin Planungen geben. Natürlich nicht mit der nötigen Priorität für Schöneiche! Da hilft nur eins: Wir müssen Berlin eingemeinden! Andersrum hat es ja vor 100 Jahren leider nicht geklappt!
Det war´s denn. Game over, Zeit verplempert! Der nächste spannende Punkt wär ja gewesen – Fahrradparkhaus am S-Bahnof Rahnsdorf. Bauen wir oder wer. Wo es doch völlig wurscht ist, ob man die Drahtesel am Abstellplatz oder im Parkhaus maust. Die Katze lässt das mausen nicht, hat jedenfalls nischt mit Fahrrad und mir zu tun!!

Gastkommentator der Miau-Journaille  (Original)

Quelle: Schöneiche Konkret 4/19

 

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Redaktion Schöneiche Online