(Satire/Kater)

Nur mal schnell die Welt retten… oder so ähnlich. Da gabs vor etlichen Jahren mal einen Pop-Song, wo jemand global Fundamentales tun muss, um aktuell Persönliches nicht tun zu müssen. In unserem Fall eine Tagesordnung am 6.11. mit wiederum 46 Punkten.

Also die Rettung begann mit Maßnahmen gegen den Klimanotstand, zunächst mit einem kommunalen Laubmischplatz. Die Gemeindevertreter erlaubten hier im Plenum einem sachkundigen Klimamenschen einen Vortrag über Heißrotte, Biomasse, CO²-Ausstoß und so zu halten. Es folgte ein inbrünstiger Meinungsaustausch und endete mit einem Prüfauftrag für besagten Platz an die Verwaltung. Die müsste aber passen und müsste das weitergeben, das kostet Geld … und KWU geht auch nicht, und Grundstück dafür, und Konzessionsverträge… Einer fasste das schlüssig-unschlüssig zusammen: „Wir müssen beginnen und das schon seit ewig!“ Nun wars schon 20 Uhr. Rasch weiter: Nun kamen echte Maßnahmen gegen den Klimanotstand, eingereicht von den Linken, Grünen/NF, SPD: Autofahren unattraktiv machen! Es lebe das Fahrrad und die Straßenbahn! Und künftig sollen alle Anträge und Beschlussvorlagen Hinweise zu Konsequenzen für Klima und Umwelt enthalten. Zwischenfrage Katzen meinerseits: Welcher Verwaltungsprofi macht das? Oder wird da jemand für eingestellt? Oder müssen das die Fraktionen bei ihren Anträgen selber machen? Es leben die Profis!

Aber weiter im Sitzungsverlauf: Die Straßenbahngesellschaft will nach 4 Jahren die Fahrpreise um 10 Cent erhöhen. Das ist klimamäßig erstens das falsche Signal und zweitens bringt es der SRS lächerliche 800 € Mehreinnahmen! Die kann sie doch irgendwo anders rausquetschen, Herr Bürgermeister! So der Tenor. Vielleicht aus der Pflegekasse?

Krötenwanderung, Grundstückserwerb am Weidensee. Unterdessen hatte die Sitzungsmannschaft die zeitliche Zwangspause erreicht. Anschließend der Ausbau des jetzt schon Teil-eingezogenen, vorhandenen Fuß- und Radweg-Stück der Woltersdorfer-Straße als Fuß- und Radweg. Große Diskussion ob links von den Bäumen oder rechts von den Bäumen oder gar wie jetzt: zwischen den Bäumen? Gehts noch? Bildungsnotstand?

Wenn das mit der Schulstandort-Auswertung für die künftige weiterführende Schule offiziell auf der Tagesordnung ist, wird es sicher noch mal klima- und umweltgründlich beschlossen. In seinem Bericht hat der BM das Ergebnis der letztens beschlossenen Bürger-Befragung schon bekannt gegeben: Votum pro Woltersdorfer Straße! Also wie gehabt, aber nun eben jetzt urdemokratisch!

Die Überhänge der letzten Sitzung waren noch nicht abgearbeitet, aber die Zeit war um. Es ging in die Verlängerung: Der Bürgermeister hatte gewagt einen Beschlusstext vom September zum Bernauer Modell zu beanstanden. Der strittige Satz lautete: „Die Umsetzung einer konkreten Maßnahme (ob und wie) erfolgt nach Entscheidung der Anlieger.“ Ist zwar sowieso schon Praxis. Dr. Cajar erinnerte sogar in der letzten SchöKO noch mal daran. Aber selbst das nahm keiner der Vertreter zur Kenntnis. Und den zitierten Satz hat der niederträchtige Bürgermeister zum Anlass genommen, in schlechter Tradition der Verwaltung „uns Bürger“ undemokratisch und rechtswidrig auszuhebeln, so – Sie ahnen es – der Einzig Wahre. Lange Wortgefechte um diese Hebelung. Der Bürgermeister meinte, bei rechtlichen Bedenken seinerseits, sei er zu einer Beanstandung verpflichtet. Und Beschlüsse aushebeln dürfe er gar nicht… Miau, ich habe es mal bissel spannend gemacht, um nun die beschlossene Änderung zu zitieren: „Über die Umsetzung einer konkreten Maßnahme (ob und wie) entscheidet die Gemeindevertretung nach erfolgter Befragung der Anlieger.“ Mit 12:10 wurde die simple Berichtigung, pardon, die Veränderung angenommen.
Nur mal schnell die Welt retten!! Ist das nicht schön?

Ihre Miau-Journaillle

Quelle: SchöKO 12/19

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Redaktion Schöneiche Online