Frauenrechte: Rückschritte durch Pandemie?

(PM SPD) Die Entstehung des Frauentags (1909 in den USA und 1911 in Deutschland) ist eng verknüpft mit dem Kampf um das Frauenwahlrecht – von der Sozialdemokratie schon vor 1900 gefordert – und der Gleichstellung von FrauenWie sieht es heute aus? Eine Betrachtung von Mathias Papendieck

Wenn wir den Frauentag begehen, sollte nicht im Vordergrund stehen, Frauen zu gratulieren oder ihnen etwas zu schenken, sondern wir sollten uns mit der Situation von Frauen in der Gesellschaft beschäftigen und Wege diskutieren, die immer noch bestehenden Ungleichheiten zu beenden.

Ein Jahr Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass Frauen gerade in der Krise ein Rückschritt in längst überwunden geglaubte Rollenmuster droht und dass die Geschlechterungleichheit wieder zunimmt. Frauen übernehmen immer noch viel mehr Verantwortung in der Familie und Kindererziehung. Sie müssen dafür ihre Arbeitszeit reduzieren oder mit erheblichen Zusatzbelastungen klarkommen. Hier gilt es einen Rückschritt in den Geschlechterrollen zu verhindern.

Der Kampf gegen die Ungleichheit wird auch dadurch erschwert, dass immer noch zu wenig Frauen in Führungspositionen aufsteigen. Unsere Bundesregierung hat die Wirtschaft verpflichtet, hier umzulenken. Die Parteien sollten den Gleichheitsgrundsatz aber nicht nur fordern, sondern auch selbst leben, zum Beispiel, wenn es darum geht, die Landeslisten für Wahlen paritätisch zu besetzen.

In der Pandemie sind überdurchschnittlich viele Frauen von Freistellung, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit betroffen da sie häufig in den besonders krisenanfälligen Branchen arbeiten. Andererseits sind viele Frauen auch in den systemrelevanten Berufen beschäftigt, allerdings oft zu niedrigen Löhnen. Das hat auch Auswirkungen auf die Rente.

Die Politik muss hier gegensteuern. Sie kann z. B. Anreize für mehr Tarifbindung schaffen, was nachweislich zu besseren Arbeitsbindungen und zu gleichem Lohn für gleiche Arbeit führt.

Wir Männer müssen an der Seite der Frauen konsequent für eine wirkliche Gleichstellung eintreten; 365 Tage im Jahr.

SPD Resolution 2021

Mathias Papendieck
Kreistagsmitglied & Gemeindevertreter für die SPD Schöneiche.
Ausschüsse: Kreisausschuss und Wirtschaft & Finanzen

5 Gedanken zu „Frauenrechte: Rückschritte durch Pandemie?

  1. Andreas Bachhoffer Antworten

    @ Herr Brandes

    Es ist schön zu lesen, wie Sie immer mit Unwissenheit glänzen. Was hat bitte das Ehegattensplitting mit ungleichen Gehältern zu tun?

    An Alle:
    Komisch, dass sich hier nur „Männer“ dazu äußern …

  2. Stefan Brandes Antworten

    Das klingt schön, leider nur etwas nach Sonntagsrede. Die letzten Bundesregierungen sind bei der Gleichstellung der Frauen nicht wirklich weitergekommen. Es gibt nach wie vor keine verbindliche Frauenquote für Vorstände, das Ehegattensplitting fördert weiterhin ungleiche Gehälter, Teilzeitarbeit und später Altersarmut von Frauen. Und SPD-Familienministerinnen haben wenig getan, das zu ändern.

  3. Siegfried von Rabenau Antworten

    nun, ich stell mir die drei paritätischen Bundestagswahlspitzenkandidaten von SPD, CDU und Linke in unserem Wahlkreis grade im Petticout vor. Wer von Euch dreien hat die schönsten Beine?

    Auch eine Frau Bundeskanzler haben wir nicht mehr lange. Ob dieser Rückschritt mit Pandemie zu tun hat ist mir schleierhaft.

    Ich habe überhaupt kein Problem damit wenn ein Parlament zu 100 % aus Frauen besteht. Wenn sie gut sind.
    Und nicht m/w/d mit *chen! Also ordentliche Sacharbeit leisten. Ich darf da mal an Regine Hildebrandt erinnern. Die wurde mal von einer Journalist*in als Frau Ministerin angeredet. Da platzte ihr der Kragen:
    „Also, icke bin die Frau Hildebrandt! Det Amt is der Minister! Basta!“ Allet klar? Die war für Gleichberechtigung der Frauen aber nicht für Abzählreime auf Landeslisten! Ich kann mich erinnern, was sie von Quotenhühnern oder -hähnen hielt!

    Wenn Parlamente also nicht fifty-fifty werden sind vielleicht auch manchmal gewisse Leute dran schuld. Vor allem die, die in Doppelspitzen von Gleichberechtigung reden und sich dabei spitz in die Waden beißen.

    Und als Wähler möchte ich die Wahl haben, ob was im Hirn ist – und mich nicht an der Anzahl der Rippen orientieren müssen! Und als Frau kann man dem Mann auch beibringen, wie die Waschmaschine funktioniert oder Kinder bedient werden. Und tschüß wenn er das nicht packt! Im Sinne von Parität gilt das auch andersrum!

    • Mathias Papendieck Autor des BeitragsAntworten

      Zum Thema Regine Hildebrandt Frauenförderplan (Quote) :

      Quelle 1 30.11.1990 : https://taz.de/Was-mit-den-Leuten-gemacht-wird-ist-eine-Schweinerei/!1742370/

      Zitat aus der Quelle: „Gleich in der ersten, noch provisorischen Kabinettssitzung hat sie deshalb angeregt, einen Frauenförderplan für die Ministerien mit einer Art Quote auszuarbeiten, obwohl sie von Quoten eigentlich nichts hält. Aber, meint sie, wir müssen die Frauen ermutigen, „damit die auch aus dem Knick kommen“. Sie sagt das mit Verständnis für die Frauen in der ehemaligen DDR, aber auch mit Ungeduld.“

      Quelle 2 19.01.1994 : http://www.tuebinger-forum.de/ffivd/ffivd_t2.htm#f4

      Zitat aus der Quelle: „Im Schnitt sind es 23 Prozent Frauen! Und ich merke jetzt schon unterschwellig, da wieder Landtagswahlen in diesem Jahr anstehen, wie an den Stühlen der Frauen gesägt wird, die noch im Parlament sitzen. Angesichts dieser Situation sage ich jetzt: 40-prozentige Quote für Frauen! Ich sage es noch einmal: Mir gefällt die Quote nicht, ich hoffe auch, daß wir sie nicht lange brauchen, aber jetzt ist es die Einsicht in die Notwendigkeit, die dazu drängt, sie zu fordern.“

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