Landtagsabgeordneter aus Schöneiche macht Druck zur Einhaltung der Flugrouten

(PM/Freie Wähler) Dr. Philip Zeschmann, (Schöneiche Landtagsabgeordneter, Gründungsmitglied des Schöneicher Forums gegen Fluglärm im Jahr 2011, langjähriges Mitglied im Sprecherteam des Bündnis Südost gegen Fluglärm (2012 – 2019) Vorstandsmitglied des Bürgervereins Brandenburg Berlin e.V. (BVBB,2012 – 2019)) hat im Ausschuss für Infrastruktur und Landesplanung des Brandenburger Landtages gegenüber den zuständigen Aufsichtsbehörden, konkret dem Bundesamt für Flugsicherung und der Deutschen Flugsicherung GmbH, massiv Druck gemacht. Zeschmann drängte darauf, sich endlich darum zu kümmern, dass die 2012 nach einem langen und intensiven Abstimmungsprozess vom Bundesamt für Flugsicherung festgelegten Flugrouten von den Piloten und den Fluggesellschaften auch eingehalten werden! „Besonders Easyjet glänzte ja in den letzten Monaten sogar mit Ablehnung der prioritär vorgegeben Flugrouten, nicht nur mit Abweichung von diesen“, so Zeschmann nach der Sitzung des Landtagsausschusses.

Nach der durch die Koalitionsfraktionen im Landtag – SPD, CDU, Grüne – erzwungenen Auflösung des Sonderausschusses BER in diesem Sommer ist nun der Ausschuss für Infrastruktur und Landesplanung für den Flughafen und die politische Aufsicht über dessen Gebaren zuständig.

Darüber hinaus hat Zeschmann in besagter Ausschusssitzung den beiden Aufsichtsbehörden einen Vorschlag zur Optimierung der Flugrouten unterbreitet, der nicht nur eine bessere Einhaltung derselben sicherstelle, sondern auch dazu beitragen könne, dass die auf der Müggelseeroute abfliegenden Flugzeuge auch wirklich in dem Korridor zwischen Friedrichshagen und Schöneiche fliegen, anstatt zumeist direkt über bewohnte Gebiete, hier insbesondere Schöneiche, welches von Süd nach Nord überquert wird. „Dazu müssen Fixpunkte auf einer Flugroute festgesetzt werden, beispielsweise mit Erreichen des nördlichen Ufers des Müggelsees und im Idealfall ab diesem Punkt ein leichtes Verschwenken auf einen Kurs exakt nach Norden festgelegt werden, die verpflichtend zu passieren sind.“ so Zeschmann. Das sei möglich und auch zu erreichen, wenn es in die Fluglärmkommission eingebracht und mehrheitlich beschlossen würde, denn diese kann den Aufsichtsbehörden Vorschläge zur Verbesserung/Optimierung der Flugrouten unterbreiten. „Dazu muss jedoch an erster Stelle unser Bürgermeister als Mitglied der Fluglärmkommission diesen Vorschlag auf fachlich versierter Grundlage dort unterbreiten und bei den anderen Mitgliedern (andere betroffene Städte und Gemeinden, Landkreise und der Bezirk Treptow-Köpenick, etc.) für einen solchen Vorschlag werben“ so der Schöneicher Landtagsabgeordnete weiter.

Die im Ausschuss für Infrastruktur und Landesplanung des Landtags Brandenburg mit geladenen Experten und leitenden Vertretern anwesenden Aufsichtsbehörden haben dort  dem Ausschuss gegenüber zugesichert, an einer entsprechenden Lösung für die dort an erster Stelle angesprochen Flugrouten, der sogenannten Hoffmann-Kurve (Abflüge von der Südbahn des BER Richtung Osten) und der Müggelseeroute (Abflüge von der Nordbahn des BER nach Osten) arbeiten zu wollen. Allerdings teilten die Vertreter der Aufsichtsbehörden mit, dass Veränderungen von vorgeschriebenen Flugrouten sehr aufwändig und zeitintensiv seien.

„Selbstverständlich werde ich als Landtagsabgeordneter an diesem für uns hier in Schöneiche wichtigen Thema dran bleiben bis eine akzeptable Lösung Realität wird.“ so Zeschmann dazu.

Philip Zeschmann
Dr. Philip Zeschmann ist Gemeindevertreter und Vorsitzender der Unabhängigen Bürger Schöneiche e.V.. Außerdem ist er Vorsitzender der Fraktion BVB/Freie Wähler im Kreistag Oder-Spree.

Ein Gedanke zu „Landtagsabgeordneter aus Schöneiche macht Druck zur Einhaltung der Flugrouten

  1. Schlaak, Hans-Joachim Antworten

    Der Flugkorridor der festgelegten Müggelseeroute führt über Wohngrundstücke im westlichen Schöneiche. Bei den üblichen Überflughöhen von 1700 bis 2300 m wird ganz Schöneiche mit Fluglärm belastet, insbesondere aber die westlichen Wohngebiete. Die Lärmbelastung wird noch größer, wenn die Flugzeuge von der vorgeschriebenen Route in östlicher Richtung abweichen. Das war am 26. September 2021 mehr als sechs Mal
    der Fall.
    Sehr viel häufiger aber sind Abweichungen von der vorgeschriebenen Route in westlicher Richtung. Durch Flieger, die vor Schöneiche nach Westen abdrehen und dadurch in Schöneiche viel weniger Lärm verursachen. So gab es am 19. September 2021 (Sonntag) 107 Müggelseeroutenflieger, von denen sogar 54 vor Schöneiche nach Westen abdrehten, vorwiegend über dem großen Waldgebiet zwischen dem Müggelsee und Schöneiche. Wenn diese Frühabdreher strikt die Müggelseeroute fliegen müssen, wäre das natürlich kein Gewinn für Schöneiche.

    Hans-Joachim Schlaak
    (Betreiber der Fluglärmmessstation Schöneiche 2)

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