Auf der Löwenzahnwiese

(Artikel/M. Eisold)

Frage: Was hatten wir am letzten Freitag? Außer Corona?! Wir hatten wie jedes Jahr, den Internationalen Vorlesetag! Da bin ich immer im Kindergarten „Löwenzahn“. Voriges Jahr nicht, da hatten wir nur Corona. Mein Anruf vorvorige Woche in der Kita, ob ich kommen darf?! Ein begeistertes JA! „Bringe aber deine Impfnachweise mit und getestet wirst du bei uns auch noch.“ Wunderbar!

Ein bissel verdutzt war ich erst einmal, als da die ganz Kleinen vor mir saßen. Das war neu.

Selbst auferlegte Pflicht ist immer zunächst die Geschichte  „Wie der Hase den Riesen austrickste“, weil das auf der Löwenzahnwiese stattfindet. Der Riese lümmelt sich einfach da hin. Da wohnt aber der Hase. Schließlich einigen sie sich, der Stärkere der beiden darf dort bleiben und wohnen. Die Kinder sollen beide unterstützen. Die Kleinsten, die drei und vier Jährigen, weigern sich dem Riesen zu helfen. Die mittlere Gruppe und die fünf und sechs Jährigen sehen das allerdings gelassener. Da frage ich vorsichtig nach: Ihr seid also für den Riesen? Ach nee, nun doch nicht!

Der Hase schlägt vor, die Sonne vom Himmel zu „holen“. Es ist bereits Nachmittag. Die Kleinen helfen, die Mittleren helfen, die Großen wollen auch… Da sagt einer ganz verlegen und zieht sich dabei noch seine Pulloverkapuze über den Kopf, „eigentlich ist das aber Quatsch, die Sonne geht doch sowieso jetzt unter.“ Natürlich, die Krähen auf der Wiese kichern schon eine Weile, weil der Riese so doof ist und das nicht mitkriegt. Und außer dem Sechsjährigen hat das auf Anhieb auch noch keiner mitbekommen!!

Nun aus meiner 120 jährigen vergilbten Bücherkostbarkeit „Der Jugendschatz“ – herausgegeben vom Deutschen Landeslehrerverband in Böhmen – „Das Giftpilzchen“. Also der Pilz ist rot und hat weiße Tupfen. Klar, kennen alle. Er hat einen breiten Rand, der sich hervorragend zum Wohnen eignet. Eine Mausefamilie mit ihren wuseligen Kinderchen tobt da begeistert herum, sodass das Giftpilzchen sauer und immer giftiger wird, weil es den Überblick verliert… Allerdings werden meine ganz Kleinen auch immer wuseliger und krabbeln zwischen den Kissen auf der Decke herum… Falls es Sie interessiert, der Giftpilz kündigt der Familie!!

Für die Großen habe ich noch die „Bremer Stadtmusikanten“ mitgebracht. Frage: Kennt ihr das Märchen? Jaaa! Gut dann machen wir etwas damit… Kennen Sie das Märchen? Klaro, auch!

Rentnerdasein, ungeliebte Futterfresser. Esel…, Hund…, Katze… Hahn. Sie wollen nach Bremen und sich ihr Dasein als Straßenmusikanten verdienen. Räuberhaus. Klettern übereinander, erste Musikus-Probe…

Ich nun meinerseits: Also das machen wir jetzt mal: Wer ist Esel, Hund, Katze, Hahn? OK?! Also Probe: Halloo, ich höre keinen Hund, bzw. keine Hunde?! Noch mal Probe: Wieder hat sich keiner für den Hund entschieden. Allerdings sitzt neugierig mit im Raum Azubi Jannik.Ich bitte nun zwangsläufig Jannik den Hundepart zu übernehmen. Probe. Da kommt die Chefin rein, um mal nach uns zu sehen. Ich sofort enthusiastisch: Wir machen jetzt Frau Salomon ein tolles Konzert. Die Kinder machen es sofort enthusiastisch, Jannik bellt so laut er kann. Alle sind begeistert, ich eingeschlossen!

Das nächste Jahr und der nächste Vorlesetag können kommen!!

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Redaktion Schöneiche Online

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