BBI droht unser Leben auf Dauer zu verlärmen – Schöneiche ist betroffen!

In der Aufbruchstimmung der 90er Jahre war es klar: Die Hauptstadtregion braucht einen neuen internationalen Flughafen. Der Glaube an einen gigantischen Jobmotor und die Angst, dem jeweils anderen zu viel vom Kuchen abgeben zu müssen, motivierten damals die Politik in Berlin und Brandenburg zum „Kompromißstandort“ Schönefeld. Die Analysen von Behörden und international renommierten Planungsbüros galten bei dieser Entscheidung genauso viel oder wenig, wie die Sorgen der betroffenen Anwohner und man begann – in den letzten Jahrzehnten für Deutschland einzigartig – einen Großflughafen in eine dicht besiedelte Fläche hinein zu planen. Immerhin wurden der argwöhnischen Öffentlichkeit in der Planungsphase Flugrouten vorgelegt, die neben anderen stark bewohnten Gebieten auch den Südosten Berlins so gut wie möglich schonten: Köpenick, Friedrichshagen, Schöneiche, Rahnsdorf, Wilhelmshagen, selbst Müggelheim durften hinsichtlich Fluglärm sowie weiteren Belastungen und Risiken als weniger betroffen gelten.

Spätestens seit der Bekanntgabe neuer Flugroutenplanungen, motiviert durch den jetzt öffentlich gewordenen Wunsch des BBI nach erhöhtem Flugaufkommen und Parallelbetrieb beider Startbahnen ist klar: Hier sind nicht tausende Anwohner, sondern Hunderttausende, vielleicht sogar eine Million Menschen in den grünen und Naherholungsgebieten im Süden und Südosten von Berlin und Umland getäuscht worden. Seit Ende der 90er Jahre haben auf der Grundlage der Festlegungen des Planfeststellungsbeschlusses Zehntausende, wenn nicht gar hunderttausende Menschen Lebensentscheidungen getroffen, Grundstücke gekauft, Häuser gebaut und sich für eine ruhige Zukunft ihrer Familien im Grünen verschuldet. Sie sollen jetzt geopfert werden!

Während die Wirtschaft nicht in das Projekt investieren wollte, suchen Bund, Berlin und Brandenburg das Risiko für möglicherweise fehlerhafte Planungen und kreditfinanzierte Milliardeninvestitionen auf Kosten derer zu minimieren, um die es hier eigentlich geht und die zudem mit ihren Steuern das Projekt finanzieren. Der BBI soll eine Drehkreuzfunktion im globalen Luftverkehr bekommen, mit Rund-um-die-Uhr-Betrieb und mehr als 1000 Flugbewegungen am Tag. Einige Vertreter der Wirtschaft erdreisten sich jetzt sogar, trotz ihrer mangelnden Investitionsbereitschaft eine Aufweichung des gerichtlich angeordneten Nachtflugverbotes zu fordern.

Vielleicht hat sich der eine oder andere schon selbst gefragt: Wenn Teltow/Stahnsdorf mit fast 20km Abstand zum Flughafen oder Potsdam und Werder mit über 30km Entfernung betroffen sind, was heißt das dann für Schöneiche oder auch Friedrichshagen und Rahnsdorf mit nur 15km Abstand und wesentlich geringerem seitlichen Versatz zur Richtung der Start- und Landebahn?

Die auf bzw. nach der Einwohnerversammlung am 16. Februar ins Leben gerufene Bürgerinitiative „Schöneicher Forum gegen Fluglärm“ hat der scheinbaren Sprachlosigkeit ein Ende gesetzt und sich mit einer Flugblatt- und Plakataktion bemüht, alle Bürger mit Informationen zu erreichen, sie aufzurütteln und zu mobilisieren. Bereits an die 50 Schöneicher waren bei der Großdemonstration der Bürgerinitiativen am 12. März in Schönefeld (9000 Teilnehmer) dabei. Auch Parteien, Gemeindevertretung und Bürgermeister fordern in unterschiedlicher Intensität in ihren Sitzungen und mit Pressemeldungen eine Berücksichtigung der Interessen von Schöneiche und Nachbargemeinden. Natürlich gibt es unter den Betroffen und den Bürgerinitiativen auch unterschiedliche Auffassungen über Detailfragen. Aber es gibt eine beeindruckend breite Zustimmung für folgende Punkte, die zugleich die Ziele des „Schöneicher Forums gegen Fluglärm“ sind:

1. Nur die im Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren vorgestellten Flugrouten (hauptsächlich „südlich außen rum“) sind legitimiert. Sie waren seitdem Grundlage aller Planungen. Wir fordern Vertrauensschutz . Keine neuen Flugrouten!
2. Schönefeld darf nur in dem sich daraus ergebenden Umfang betrieben werden. Alles andere widerspricht den Interessen der Region. Ein Super-Flughafen ohne jegliche Einschränkungen gehört an einen anderen Standort.
Kein Luftdrehkreuz in Schönefeld!
3.
Striktes Nachtflugverbot zwischen 22:00 und 06:00 Uhr!
4. Ein Verschieben der Probleme auf neue betroffene Gemeinden ist keine Option. Das „Schöneicher Forum gegen Fluglärm“ ist deshalb um eine Zusammenarbeit insbesondere mit den Nachbargemeinden bemüht.
5. Die Interessen der Schöneicher Einwohner und der Besucher der Waldgartengemeinde sind vor allem auch wegen der Nähe zum Flughafen direkt betroffen.
Schöneiche gehört genauso wie ähnlich Betroffene in die Lärmschutzkommission!

Liebe Flughafenbefürworter und Flughafenskeptiker, Empörte und Gelassene, Einwohner und Einwohnervertreter, Parteien, Verbände und Bürgerinitiativen, Aktivisten und Realisten! Informieren Sie sich! Setzen Sie sich mit dem Thema Flughafen auseinander! Es geht auch um Ihre – unser aller Zukunft!

Das „Schöneicher Forum gegen Fluglärm“ lebt von Ihrer Unterstützung und Mitwirkung und soll Ihren Interessen Gehör verschaffen. Schließen Sie sich an! Machen sie mit! Wehren sie sich!

Die nächste Aktion ist:

10.4.2011, 15:00 Großdemo in Schönefeld (Kirche)
Die Schöneicher treffen sich um 14:00 Uhr am S-Bahnhof Friedrichshagen
(Abfahrt S-Bahn 14:08 Uhr, 14:17 ab Karlshorst,
14:27 an Schönefeld)
oder die Auto-Fahrer ebenfalls um um 14:00 Uhr auf der Freifläche im Ortszentrum gegenüber der Sparkasse
Kontakt über:
Fluglaerm15566@email.de

Ihr Schöneicher Forum gegen Fluglärm

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