Eindrücke unserer Radtour durch Schöneiche

Sogar die Konkurrenz lauscht, wie hier in Hohenberge...
Sogar die Konkurrenz lauschte, wie hier von der Laterne in Hohenberge… (Foto: Anna Kruse)

Na ja, ein wenig Sonne hatten wir schon, wenn es dann gegen 12 Uhr auch leicht zu nieseln anfing. Dennoch machten sich 20 Radlerinnen vom Rathaus aus auf den Weg, die Gemeinde zu erkunden, um ihre Fahrradtauglichkeit – auch für Schüler und Seniorinnen – unter die Lupe zu nehmen. Fachkundige Erläuterungen der Gemeindevertreter Fritz Viertel (LINKE) und Stefan Brandes (GRÜNE) halfen dabei. Darüber hinaus entspann sich zwischen den „Mitreisenden“ immer wieder ein leidenschaftlicher Dialog zum Pro und Contra einzelnen Fragen der Gemeindeentwicklung.

Am alten Gutsdorf rund um die Schlosskirche wurde über Durchwegungen, Brückenbau und Parkplätze diskutiert. Warum teure Brücken für Bauhoffahrzeuge bauen, statt preiswerter Holzbrücken für Fußgänger und Radfahrer? Warum der nach Bebauungsplan festgesetzte Marktplatz im „Vierseiten-Hof“ nicht auch künftig als Parkplatz für die Besucher der Schlosskirche, des Schlosscafés und der KuGi genutzt werden soll, bleibt mir unerklärlich. Stattdessen sollen weitere Flächen versiegelt werden?
An der Vogelsdorfer Straße fiel auf, dass das dortige Landschaftsschutzgebiet nicht ausreichend ausgeschildert war. Schwierig dann, für den Naturschutz werben zu wollen. Und dann ein Schildbürgerstreich der kreislichen Straßenverkehrsbehörde: auf 50m Länge eine 50 km/h Strecke zwischen zwei 30 km/h Wohngebieten!
Am Ortsausgang nach Vogelsdorf machte ich den Vorschlag, mit Fredersdorf-Vogelsdorf gemeinsam ein Fahrradwegprojekt anzugehen, um entlang der Auen des Mühlenfließes per Rad die  Natur genießen zu können – von der S-Bahn S5 zur S-Bahnstrecke der S3. Ob da einmal „was zusammenwächst …“ ?
Auf dem Stadtplan von Schöneiche ist die Tasdorfer Straße als Haupterschließungsstraße ausgewiesen. Aber in Praxis? Eine Sandpiste, deren jährliches Schieben auch so ins gemeindliche Geld geht.
Am Rosengarten entstand eine kompakte Wohnsiedlung – aber viel Leben schien nicht im öffentlichen Raum zu bemerken zu sein. Sicherlich ist das stadtplanerisch auch nicht leicht. Einiges wurde von der Gemeinde schon versucht. Aber was wollen die dort Wohnenden?
Der westliche Kieferndamm war dann für Fahrradfahrerinnen (und Schulkinder) schon abenteuerlich. Eine Planung soll es schon lange geben. Wann ist aber Baubeginn?
Die Prager Straße hin zur Grundschule war schon ein Cross-Parkour. Baumwurzeln, Sandwege und gelöste Fußwegplatten wechselten sich ab. Bei diesen historischen Straßenzügen sollte es wenigstens auf einer Seite einen gut gebauten Fußweg geben, den auch Fahrradfahrer – insbesondere Schülerinnen ! – nutzen können.
Hinter ALDI informierten wir uns über das Wohnbauprojekt von Gemeinde und Kreis und das Erweiterungsbegehr des Supermarktes. Die Diskussion wurde aufgemacht: Verdichtung bestehender bebauter Grundstücke oder Neuerschließung unbebauter Flächen. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) der Gemeinde kann und muss darauf Antworten finden.
Über die Berliner Straße – entlang der Sportanlage und des künftigen Sportfunktionsgebäudes – ging es dann zum Endpunkt der Tour in die Lübecker Straße zu Familie Lobsch, die uns mit warmen Getränken und Bockwurst mit Bautzener Senf empfing. Danke an alle Mitradler, Familie Lobsch für Ihre Gastfreundschaft und Anna Kruse für die Fotos!
Mehr kurze Berichte und Eindrücke aus dem Wahlkampf finden Sie auf meiner Webseite.
Dr. Uwe Klett, Bürgermeisterkandidat (LINKE/GRÜNE)
DIE LINKE
Rund 60 Mitglieder und parteilose Unterstützer*innen sind DIE LINKE in Schöneiche bei Berlin. Bei der Kommunalwahl im Mai 2019 erhielt unsere Partei mit 17,5 Prozent die zweitmeisten Stimmen. Die Linksfraktion in der Gemeindevertretung hat vier Mitglieder und benennt 10 sachkundige Einwohner*innen.